Glossar

Fachkunde: Baumwolle

Alles Wichtige zu dieser Naturfaser auf einen Blick

Faserkunde Baumwolle

BAUMWOLLE KOMPAKT

FASER
TYPISCH
AUF JEDEN FALL

AUF KEINEN FALL
PFLEGE

pflanzlich, Zellstoff
weicher Griff, saugfähig, atmungsaktiv
hautfreundlich,
waschbar und pflegeleicht
wenig scheuerfest, nicht säurebeständig
Vorsicht: schrumpft beim ersten Waschen!
Weiße Ware ist kochfest,
Farben Maschinenwäsche 30-40°;
Geeignet für den Trockner

 

Die Baumwollfaser wird aus den Samenkapseln der Pflanze Gossypium (Baumwollpflanze) gewonnen. Sie besteht aus Zellulose, dem Grundbaustoff aller Pflanzen. Die textile Faser wächst in der Samenkapsel und ist dort kreisrund. Nachdem die Kapsel aufspringt beginnt die Faser zu trocknen und bekommt einen nierenförmigen Querschnitt. Darin befinden sich Zelluloseschichten, ähnlich den Jahresringen in Baumstämmen.

 

Baumwolle Zeichen

Das internationale Baumwollzeichen ist ein eingetragenes Markenzeichen und steht für reine Baumwolle. Rechteinhaber ist die Bremer Baumwollbörse

Baumwolle Ernte

Baumwollfeld bei der Maschinenernte
Bildquelle: United States Department of Agriculture; Autor: David Nance

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Baumwolle entstehen diese Schichten jedoch täglich. Im Inneren der Faser bleibt ein kleiner Hohlraum – dieser bedingt, gemeinsam mit den Zelluloseschichten, die Saugfreudigkeit der Baumwollfaser: Flüssigkeit kann schnell aufgesogen werden und verdunstet dann langsam, beim Waschen wird die gesamte Faser durchspült. Weil die Baumwollfaser ständig etwas Feuchtigkeit enthält, lädt sie sich kaum elektrostatisch auf.

Die Festigkeit von Baumwolle ist gut, in nassem Zustand wird sie sogar noch reißfester. Sie ist wenig dehnbar bzw. elastisch und knittert deshalb leicht. Baumwolle verträgt eine Bügeltemperatur von bis zu 200° C, das ist auf einem Bügeleisen die höchste Stufe. Falten lassen sich also problemlos wegbügeln oder sogar nur mit Dampf gut glattziehen.

 

Weitere Ausrüstung der Faser

 

Die Saugfähigkeit der Baumwollfaser eröffnet gute Möglichkeiten der Veredelung – dies meint das Verändern der Eigenschaften durch bestimmte Bearbeitungen. In der Fachsprache werden diese weiteren Bearbeitungen als „Ausrüstung“ bezeichnet.

Bekannt ist das Merzerisieren, dabei wird die Faser in Natronlauge getränkt und dann aufgespannt. Dies verändert die Form des Querschnitts, er wird wieder rund. Als Effekt davon erhöht sich die Festigkeit und die andere die andere Lichtreflexion der Oberfläche schenkt der Faser einen schönen Glanz.

Außerdem verbreitet ist eine Knitterschutz-Ausrüstung die Vernetzung der Zellulosemoleküle (z.B. mit Kunstharzen), damit die Elastizität erhöht und die Knitteranfälligkeit gesenkt wird. Dies verringert meist auch die Saugfähigkeit der Faser – doch dafür trocknet sie dann auch schneller.

Das gewollte Schrumpfen, genannt Krumpfen, vermeidet ein Einlaufen bei Wasserkontakt und ist heute gängiger Standard bei Baumwollprodukten. Trotzdem lohnt eine gewisse Vorsicht beim ersten Waschen von Baumwollstoffen.

Die für Molton relevanteste Ausrüstung ist die Behandlung mit einer flammenhemmenden Substanz. Entweder durch Aufsprühen oder sogar durch ein ganzflächiges Tauchbad haften sich genügend zusätzliche Stoffe an die Faser um die Brennfähigkeit zu minimieren.

 

Beliebte Gewebearten

 

Die bekanntesten Stoffarten aus Baumwolle sind: Batist, Biber, Denim, Feinripp, Frotté, Molton, Nessel, Popeline, Samt.

 

Mandeville Baumwolle

John Mandeville
„The Travels of Sir John Mandeville“
1371
Illustration einer Baumwollpflanze mit Schafen in den Blüten

Figur Gottheit Olmeken Baumwolle Gottheit

Olmekischer Baumwollgott
National Museum of Anthropology in Mexico City
Bild: Wolfgang Sauber

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