Anwender & Szene

Eunomia macrocosmica Σ3

Welten erschaffen und leuchten lassen - eine Arbeit von Axel Anklam und Thomas Henninger

Eunomia Anklam Henninger Berlin

 

Eunomia ist eine griechische Göttin welche für die Ordnung der Dinge zuständig ist. Als Personifikation des Gesetzes und dem Prozess der Gesetzgebung ist sie eine interessante Figur, welche die die Künstler Thomas Henninger und Axel Anklam für diese Rauminstallation ins Spiel bringen. Umso mehr, als sich diese Arbeit in einem Ministerium befindet – nämlich im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Auf den ersten Blick hat hier nichts mit Molton zu tun. Und doch ist das Baumwollgewebe mittendrin gelandet.

 

Kunst am und im Neubau

 

Bereits 2014 wurde diese feste Installation im Neubau des Ministeriums in der Mitte von Berlin eröffnet. Entwürfe von Henninger und Anklam gewannen sogar gleich zwei erste Preise in der Ausschreibung für Kunst am Bau. Der Enwurf „Fröhliche Wissenschaft“ wurde im Konferenz-Innenraum realisiert.

Die Aussenwände des Konferenzzentrums wurden auf jeder der vier zugänglichen Seiten mit 293 m2 Spionageglas verkleidet. Hinter diesen verspiegelten Glaselementen befinden sich Lichtquellen in verschiedenen Größen, Helligkeiten und Lichttemperaturen. Im Zusammenspiel formieren sich diese zu fiktiven Sternbildern.

„Die Installation definiert einen Kosmos der Kunst und kartografiert die Sternenkonstellationen neu, so wie jede Kultur ein eigenes Ordnungssystem für das Weltall kreiert.“

A. Anklam, T. Henninger

 

Im Tageslicht ist die Wand hauptsächlich als spiegelnde Glasfläche in der Wahrnehmung. Nur zart fügen sich die elektrischen Leuchtquellen als Impulse von unterhalb der Oberfläche mit dazu. Ändert sich die Lichtsituation, so treten die leuchtenden Interventionen innerhalb des Spiegels deutlicher hervor. In der Dunkelheit tritt dann ein Sternenkubus als eigener Leuchtkörper in Erscheinung. Damit dringt „Eunomia“ durch die Glasfassade des Hauses und kann über die Grenzen des Gebäudes hinaus wahrgenommen werden.

Eunomia macrocosmica Σ3, Entwurfsansicht © T. Henninger & A. Anklam

Eunomia macrocosmica Σ3, Detailansicht © T. Henninger & A. Anklam

Kunst Molton

Eunomia macrocosmica Σ3, Außenansicht © T. Henninger & A. Anklam

Ein Entwurf beginnt zu leuchten

 

Wie meist bei installativen Arbeiten ist die Ausführung eines künstlerischen Entwurfes eine prototypische Realisierung. Damit ergibt sich ein spannender Praxistest in der realen Bausituation. Zum Zeitpunkt der Installationsmontage befand sich das gesamte Gebäude noch in der abschließenden Bauphase. Einige Herausforderungen mußten dabei über alle Vorüberlegungen hinauswachsen. Besonders die richtige Stimmung für die an- und abschwellenden Lichtpunkte kam in den Fokus. Das Zusammenspiel von Glas, äußerem Licht und der elektrischen Verkabelung hinter der Verglasung wurde von Henninger und Anklam aufmerksam verfolgt.

„Agele panta – panta rhei – alles ist in Bewegung, ständig und immer, und das wahrnehmende Auge unterliegt immerzu Täuschungen. Nicht nur wegen einer unvollkommenen physischen Ausstattung, vielmehr ist es die Subjektivität des jeweiligen Wirklichkeitsverständnisses, welche die Wahrnehmung verfälscht.“

 

In der Praxis benötigt dieser Zwischenraum eine ganz besondere Materialität. Das Licht der LED-Dioden soll aus einem wirklich schwarzen Raum fließen können. Erst mit dem Einsatz einer textilen Zwischenschicht in passgenauer Anfertigung zu dem darunter liegenden Lichtmuster kam die von den Künstlern gewünschte Raumwirkung. Bühnenmolton verfügt über genügend Stabilität für diese flächige Aufgabe. Zudem ist er standardmäßig flammenhemmend ausgerüstet und kann somit in der Nähe der Dioden verbaut werden. Die gefundenen Lösungen bestehen nun bereits im dritten Jahr bravourös im Dauerbetrieb.

 

Kunst Molton

Eunomia macrocosmica Σ3, Realisierungsphase © T. Henninger & A. Anklam

Kunst Molton

Eunomia macrocosmica Σ3, Raumansicht © T. Henninger & A. Anklam

Da sich dieses Kunstwerke innerhalb des nicht-öffentlichen Teils des Hauses befindet, ist ein Besuch nur mit besonderer Planung möglich. Für größere Gruppen gibt es fortlaufend Informationsangebote über den Besucherdienst des Ministeriums. Am interessantesten ist vielleicht ein Abstecher zu einem Termin der Reihe „Bürgerdialog & Wissenschaftskommunikation“.

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