Anwender & Szene

Hangar Tempelhof

Spontane Umnutzung der leeren Flughafenhalle

Foto: dpa

Eine Anfrage an uns in außergewöhnlicher Notlage: Ende Oktober 2015 war der Bedarf an Erstunterkünften für Geflüchtete in Berlin akut hoch. So geriet der leerstehende Hangar des ehemaligen Flughafen Tempelhof in den Blick der Senatsverwaltung. Mit nur zwei Tagen Vorlauf wurde aus der Eventlocation eine Notunterkunft. Damit konnten die geflüchteten Menschen zumindest vor der Obdachlosigkeit bewahrt werden. Umso mehr, als die herbstliche Jahreszeit die Temperaturen im Freien immer weiter sinken ließ.

Einfache Umbauten

Mit Messebauwänden konnte der große Raum in kleine zimmerartige Einheiten unterteilt werden. Darin befinden sich jeweils 5-6 Doppelstockbetten. Der Raum ist nach oben hin offen, so daß die Bewohner mit einem durchgängigen Geräuschpegel leben müssen. Ebenso gibt es wenig Abschirmung für eine Privatsphäre. Wenigstens die Türöffnungen der einzenen Räume sollten mit einem Sichtschutz versehen werden. Deshalb erreichte uns als Nachbarn in der diekten Umgebung die Bitte um Hilfe. Wir haben diese Situation natürlich gerne und sofort unterstützt mit einer Spende von etwa 300 m2 Molton in schwerer Qualität. Günstigerweise sind unsere Materialien alle flammenhemmend ausgerüstet. Sicherheitsfragen diesbezüglich konnten ganz selbstverständlich abgedeckt werden.

Hangar Tempelhof rbb

Die Notunterkunft im Hangar Tempelhof ist heute immer noch die größte Notunterkunft der Stadt Berlin. Aus einem Provisorium hat sich eine gut organisierte Unterkunft entwickelt. Jedoch bleiben die Herausforderungen von halboffenen Räumen bestehen. Ebenso wie die sozialen Themen, die sich ergeben wenn sich so viele fremde Menschen als Bewohner zusammenfinden – noch dazu in einer provisorischen Unterkunft.

Erste Perspektiven

Deshalb war es toll zu beobachten, wie sich von Anfang an ein ehrenamtlich organisierter Deutschunterricht von GermanNOW! beteiligt hat. Heute ist daraus ein gut funktionierendes Lehr-Netzwerk geworden. Zur Sprache ist die Alphabetisierung hinzugekommen – denn in unserem Kulturkreis verwenden wir andere, nämlich lateinische Schriftzeichen. Die Betreuung von Kindern und Familien ist gewachsen. Und langsam, ganz langsam finden die ersten Bewohner auch endlich wieder eine wirkliche Wohnung. Mit einer echten und schalldichten Tür, anstelle des Vorhangs aus Molton.

 

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