Faserkunde Trevira
Glossar

Fachkunde:
Trevira

Alles Wichtige zu dieser Chemiefaser auf einen Blick

TREVIRA KOMPAKT

FASER
TYPISCH
AUF JEDEN FALL

AUF KEINEN FALL
PFLEGE

synthetisch, Polyester
sehr reißfest, knittert nicht
dauerhaft motten-, licht- & säurebeständig
waschbar und pflegeleicht
kaum saugfähig
Waschen bei 40°
Chemische Reinigung mit Perchlorethylen
Trockner und Bügeln bei mittlerer Temperatur

 

Trevira ist ein Markenname aus Deutschland. Er bezeichnet eine Kunstfaser der Trevira GmbH und wurde bereits 1933 benutzt. Damals allerdings noch für eine Kunstfaser der ersten Generation. Die ersten „Kunstseiden“ basierten nämlich auf dem Grundmaterial Zellstoff. Erst später kam das Ausgangsmaterial Erdöl dazu. Die Kunstfasern aus dieser Herstellungstechnik werden als synthetische Fasern bezeichnet.

 

Was ist der Unterschied?

 

Polyester Molekülkette Trevira

Ausschnitt aus dem Polyestermakromolekül
C: Kohlenstoff, H: Wasserstoff, O: Sauerstoff

Textile Faserstoffe bestehen aus vielen Kleinmolekülen, welche gemeinsam in Riesenmolekülen (Makromoleküle) verbunden sind. Bei Naturfaserstoffen wie Zellstoff ist der Zusammenschluß zu Großmolekülen bereits im Rohstoff vorhanden. In der Herstellung von Viskosefasern aus Holzresten verändert sich lediglich die Form der Faser. Bei technisch erzeugten Chemiefaserstoffen entsteht diese Verbindung überhaupt erst durch Synthese. Für diesen Vorgang gibt es verschiedene Verfahren, die sich bis heute weiter entwickeln. 1941 wurde das Patent für die Erzeugung der Polyesterfaser angemeldet. Seit 1956 werden die Polyester-Endlosfäden aus Deutschland als Trevira bezeichnet.

Polyester enthält – wie der Name schon verrät – viele sogenannte Ester. Diese sind eine Stoffgruppe, die entstehen wenn sich eine Säure mit einem Alkohol oder Phenol zusammentun und dabei Wasser abgespalten wird. Der Faserrohstoff ist ein glasklares Kunstharz. Dieses wird bei Temperaturen von etwa 280°C geschmolzen und zu Fäden ausgesponnen.

 

Das besondere an Trevira CS

 

Seit 1980 gibt es eine bedeutsame Variation der ursprünglichen Trevira-Faser. In diesem textilen Rohstoff ist der Brandschutz direkt in der Faser verankert. Das wird ermöglicht, weil in das fortlaufende Riesenmolekül der Polymere noch eine andere phosphororganischen Verbindung eingebaut wird. Deshalb trägt Trevira CS eine schwer entzündliche Ausstattung dauerhaft in sich – im Gegenteil zu einer späteren und äußerlichen flammenhemmenden Behandlung. Das ist auch der wesentlichste Unterschied zwischen unseren Molton-Qualitäten in Baumwolle und in Trevira.

Polyesterfastern haben eine hohe Reißfestigkeit. Und gemeinsam mit Polyamid sind sie die scheuerbeständigste Faser. Gleichzeitig sind sie sehr elastisch und daher auch knitterrestistent. Trevira nimmt kaum Feuchtigkeit auf, bleibt formbeständig und ist insgesamt sehr pflegeleicht.

 

Häufige Verwendungen

 

Segel Polyester

Polyestergewebe mit hoher Festigkeit für extreme Beanspruchung
Quelle: mef-presseservice, Fotograf: Manfred E. Fritsche

Polyester hat vielseitige Eigenschaften. Oft werden diese noch kombiniert in Mischungen mit anderen Fasern. In reiner Form entsteht aus dem Werkstoff hochfestes Nähgarn, Vliesstoff oder Füllmaterial. Auch im Gardinenbereich finden sich viele Gewebe aus Polyester. In Mischungen gibt es Gewebe für alle Einsatzbereiche der Bekleidung. Ein besonderes Einsatzgebiet ist hier die Wetterbekleidung. Für besondere technische Schutzkleidung gibt es hochfeste Arten von Polyester.

  1. Pingback: Fachkunde: Molton | m24 magazin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen